Die klassische Buchstadt und ihre Zukunft

Veröffentlicht am 26.03.2018 in Kultur

Besuch bei der Verlagsgründerin auf der Thüringer Buchmesse im vorigen Herbst in Erfurt

In Weimar wird wieder verlegt 

 

von Dr. Thomas Hartung

 

In Weimar haben Verlage und Verleger eine lange und großartige Tradition, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus historischen Gründen abgerissen ist. Inzwischen haben sich Weimarer aufgemacht, diese Tradition wiederzubeleben. Die jüngste Neugründung ist der Eckhaus-Verlag von Jana Rogge. Hier erscheinen seit 2014 „Geschichten, die Geschichte erzählen“, die oft, aber nicht immer, einen Bezug zur Region haben.

 

Bereits einige Zeit zuvor hatte sich in Weimar der Jugendbuchverlag Knabe neugegründet – das war der letzte angestammte Verlag der Klassiker-Stadt, der in den 80ern nicht mehr erwünscht war und dichtmachen musste. Seit zehn Jahren erscheinen die berühmten alten Titel des Verlags wieder, aber auch Neues wird hier verlegt, gleichzeitig erweitern die Neugründer Juliane Bleis und Steffen Knabe Schritt für Schritt das Verlagsangebot. Neuester Titel: Der grüne Wanderer von Liliana Bardijewska mit wundervollen Illustrationen von Emilia Dziubak.

 

Die Geschichte des Knabe Verlags Weimar wird derzeit in einer Ausstellung in der Pavillonpresse in der Scherfgasse gezeigt, womit sich der Kreis der Weimarer Verlegergeschichte an historischem Ort schließt. Bei dieser Schau habe ich außergewöhnliche Geschichten erfahren, von denen ich noch nie gehört hatte. Zum Beispiel über frisch gedruckte Auflagen, die versteckt worden sind, bevor die Stadt im Sommer 1945 von den Amerikanern an die Sowjets übergeben wurde -- aber seht selbst. Geöffnet Montag bis Freitag zwischen 13 und 17 Uhr.